El arte de ser feliz

El arte de ser feliz

🎯 ¿Cansado de los anuncios?
Elimínalos ahora 🚀

Lebensregel Nr. 17

<Weil alles Glück und aller Genuß negativer, der Schmerz aber positiver Art ist; so ist das Leben nicht da, um genossen zu werden, sondern um angetan, durchgemacht zu werden; daher degere vitam, vita defungi, scampa così [komm so durch]. Wer sein Leben ohne übergroße physische oder geistige Schmerzen durchbringt, hat das glücklichste Los gehabt, das zu finden war; nicht aber der, dem die größten Freuden und Genüsse zu Teil geworden.1 Wer nach diesen das Glück eines Lebenslaufes messen will, hat einen ganz falschen Maßstab: denn die Freuden sind negativ: daß sie beglücken können, ist ein Wahn, den der Neid hegt und pflegt: denn sie werden nicht positiv empfunden, wohl aber die Schmerzen: diese also sind der Maßstab des Lebensglücks, durch ihre Abwesenheit. Aus dem hier Gesagten folgt, daß man nicht Genüsse durch Schmerzen, auch bloß mögliche, erkaufen soll; weil man sonst ein Negatives und daher Chimärisches mit einem Positiven und Realen bezahlt. Umgekehrt hingegen, ist es Gewinn, wenn man Genüsse opfert, um Befreiung von Schmerzen dadurch zu erkaufen: aus demselben Grunde. — In beiden Fällen ist es gleichgültig, ob die Schmerzen den Genüssen nachfolgen oder vorgängig sind. Oὐ τὸ ἡδὺ… [ἀλλὰ τὸ ἄλυπον διώκει ὁ φρόνιμος: «Nicht nach Lust, sondern nach Schmerzlosigkeit strebt der Kluge», Aristoteles, Nikomachische Ethik, VII, 11, 1152b 15]. Eine der größten Chimären, die wir in der Kindheit einsaugen und erst spät los werden, ist eben daß der empirische Wert des Lebens in dessen Genüssen liegt, daß es positiv beglückende Freuden und Besitztümer gibt: nach deren Erlangung wird nun gejagt, bis der desengaño [Ernüchterung] zu spät kommt, bis wir auf einer Jagd nach Glück und Genuß, die gar nicht real vorhanden sind, das angetroffen haben, was real vorhanden ist, Schmerz, Leiden, Krankheit, Sorge und tausend andre: statt daß wenn wir früh erkennten, daß positive Güter eine Chimäre sind, positive Schmerzen aber sehr real sind, wir bloß darauf bedacht sein würden, diesen von weitem aus dem Wege zu gehn, nach Aristoteles Oὐ τὸ ἡδὺ, ἀλλὰ τὸ ἄλυπον διώκει ὁ φρόνιμος [«Nicht nach Lust, sondern nach Schmerzlosigkeit strebt der Kluge», Aristoteles, Nikomachische Ethik, VII, 11, 1152b 15].


👉 Descargar el audiolibro GRATIS en Amazon
Reportar problema / Sugerencias

eXTReMe Tracker