El arte de ser feliz
El arte de ser feliz Horaz, Carmina, II, 11, vv. 11-12].
Der Anlaß zu diesem häufigen Mißgriff ist die natürliche Täuschung, vermöge der das Leben, vom Eingang aus gesehn, endlos, oder wenn man vom Ende der Bahn zurück sieht, äußerst kurz erscheint (Opernkucker). Freilich hat sie ihr Gutes: denn ohne sie käme schwerlich etwas Großes je zu Stande.
Hiezu Nr. 35 und Nr. 36. Hier Nr. 35.Wen die Natur reich ausgestattet hat (hier paßt der Ausdruck recht im eigentlichen Sinn), der hat von außen nichts weiter nötig, als die freie Muße, um seinen innern Reichtum genießen zu können. Er ist, wenn ihm nur diese wird, eigentlich der Glücklichste; so gewiß das Ich uns unendlich näher liegt als das Nicht-ich: alles Äußere ist und bleibt Nicht-ich; das Innen, das Bewußtsein und sein Zustand sind allein das Ich, und in ihm liegt ganz allein unser Wohl und unser Weh. — NB. diese Begriffe Ich und Nicht-ich sind für die Metaphysik viel zu roh, da das Ich nicht einfach ist: allein für die Eudämonologie sind sie ausreichend.
