El arte de ser feliz

El arte de ser feliz

🎯 ¿Cansado de los anuncios?
Elimínalos ahora 🚀

Lebensregel Nr. 44

Die Hauptwahrheit der Eudämonologie bleibt, daß es viel weniger darauf ankommt, was man hat, oder vorstellt, als was man ist. «Das größte Glück ist die Persönlichkeit» [vgl. Goethe, West-östlicher Divan, Buch Suleika, 7. Stück]. In allem und bei allem genießt man eigentlich nur sich selbst: taugt das Selbst nicht viel, so sind alle Genüsse wie köstliche Weine in einem mit Galle tingierten Munde. — Wie nun die großen Feinde des menschlichen Glücks zwei sind, Schmerz und Langeweile; so hat die Natur auch der Persönlichkeit gegen jedes von beiden ein Schutzmittel verliehen: gegen den Schmerz (der viel öfter geistig als körperlich ist) die Heiterkeit, und gegen die Langeweile den Geist. — Beide sind jedoch einander nicht verwandt, ja in den höchsten Graden wohl gar inkompatibel. Das Genie ist der Melancholie verwandt [Aristoteles ait] omnes ingeniosos melan cholicos esse [«Aristoteles sagt, daß alle genialen Menschen melancholisch sind», Cicero, Tusculanae disputationes, I, 33, 80]; und die sehr heitern Gemüter sind nur von oberflälichen Geisteskräften. Je besser also eine Natur gegen das eine dieser Übel ausgerüstet ist, desto schlechter ist sie es, in der Regel, gegen das andre. — Frei von Schmerz und Langeweile bleibt kein Menschenleben: nun ist es eine besondre Gunst des Schicksals, wenn es einen Menschen hauptsächlich demjenigen jener beiden Übel aussetzt, gegen welches er von der Natur am besten ausgerüstet ist, vielen Schmerz dahin schickt, wo viel Heiterkeit ist, ihn zu tragen, und viel leere Muße dahin, wo viel Geist ist; — nicht aber umgekehrt. Denn der Geist läßt die Schmerzen doppelt und vielfach empfinden; und einem heitern Gemüt ohne Geist ist Einsamkeit und unausgefüllte Muße ganz unerträglich.


👉 Descargar el audiolibro GRATIS en Amazon
Reportar problema / Sugerencias

eXTReMe Tracker