Poemas
Poemas Wahrhaftig, doch mit schrecklich strengen Mienen. 6 <<
Du herbe Göttin wilder Felsnatur,
Du Freundin liebst es, nah mir zu erscheinen;
Du zeigst mir drohend dann des Geiers Spur
Und der Lawine Lust, mich zu verneinen.
Rings atmet zähnefletschend Mordgelüst:
Qualvolle Gier, sich Leben zu erzwingen!
Verführerisch auf starrem Felsgerüst
Sehnt sich die Blume dort nach Schmetterlingen. 7 <<
Dies alles bin ich —schaudernd fühl ich’s nach—
Verführter Schmetterling, einsame Blume,
Der Geier und der jähe Eisesbach,
Des Sturmes Stöhnen — alles dir zum Ruhme,
Du grimme Göttin, der ich tief gebückt,
Den Kopf am Knie, ein scharig Loblied ächze,
Nur dir zum Ruhme, dass ich unverrückt
Nach Leben, Leben, Leben lechze! 8 <<
Verarge mir es, böse Gottheit, nicht,
Dass ich mit Rimen zierlich dich umflechte.
Der zittert, dem du nahst, ein Schreckgesicht,
Der zuckt, dem du sie reichst, die böse Rechte.
Und zitternd stammle ich hier Lied auf Lied,
Und zucke auf in rhythmischem Gestalten:
Die Tinte fleusst, die spitze Feder sprüht —