El arte de ser feliz
El arte de ser feliz Plautus sagt: est in vita quasi cum ludas tesseris: si id quod jactu opus erat forte non cecidit, id quod cecidit arte corrigas (sic fere) [«Im Menschenleben ist es wie im Würfelspiel: Fällt auch der Wurf nicht so, wie du ihn brauchst, so muß die Kunst verbessern, was der Zufall bot», so ungefähr Terenz (nicht Plautus), Adelphi, IV, 7, vv. 739-741]. Ein ähnliches Gleichnis ist dies: Es ist im Leben wie im Schachspiel: in beiden machen wir zwar einen Plan: dieser bleibt aber ganz und gar bedingt durch das, was im Schachspiel der Gegner und im Leben das Schicksal zu tun belieben wird. Die Modifikationen dadurch sind meistens so bedeutend, daß unser Plan kaum noch an einigen Grundzügen in der Ausführung wieder zuerkennen ist.1
1. Hiezu Nr. 34.
Zu Lebensalter1
<Was die erste Hälfte des Lebens, die so viele Vorzüge vor der zweiten hat, unglücklich macht, ist das Jagen nach Glück, aus der festen Voraus setzung, es müsse im Leben anzutreffen sein: daraus entspringt die fortwährend getäuschte Hoffnung und Unzufriedenheit. Täuschende Bilder eines geträumten, unbestimmten Glücks, unter kaprizios gewählten Gestalten, schweben uns vor, und wir suchen vergebens ihr Urbild.2
